25 Jahre Innovation: Wie Drupal CMS 2.0 und KI das Web revolutionieren

Mit 25 Jahren ist Drupal agiler denn je. Die Kombination aus der massiven Einsteigerfreundlichkeit von Drupal CMS 2.0, der visuellen Freiheit von Drupal Canvas und der tiefen Integration der Drupal AI Initiative markiert einen historischen Wendepunkt.

Driesnote 2026 aus Chicago

Die DrupalCon Chicago 2026 wird in die Geschichte des Open-Source-Webs eingehen. In seiner mit Spannung erwarteten jährlichen „Driesnote“ zog Drupal-Gründer Dries Buytaert nicht nur Bilanz über ein Vierteljahrhundert Web-Entwicklung, sondern läutete mit wegweisenden Releases eine völlig neue Ära ein.

Von einem kleinen Projekt im Studentenwohnheim zur Enterprise-Plattform – und nun zum modernsten KI-gestützten CMS der Welt. Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse und Ankündigungen der Keynote im Detail.


1. Ein Meilenstein: 25 Jahre Drupal

Im Jahr 2001 erblickte Drupal das Licht der Welt. Was als einfaches Message-Board (drop.org) begann, treibt heute Millionen von Websites weltweit an – von Universitäten bis hin zu globalen Konzernen. Buytaert nutzte das Jubiläum, um die Resilienz der Open-Source-Community zu feiern. Während proprietäre Systeme kamen und gingen, hat sich Drupal durch stetige architektonische Erneuerungen (wie den grossen Umbruch zu objektorientiertem PHP in Drupal 8) immer wieder neu erfunden.

2. Der Launch von Drupal CMS 2.0 (Die „Starshot“-Initiative)

Die wohl grösste Ankündigung ist der offizielle Launch von Drupal CMS 2.0. Dieses Produkt, das intern lange unter dem Codenamen „Starshot“ entwickelt wurde, löst ein historisches Problem von Drupal: die steile Lernkurve für Anfänger.

  • Ready-to-use statt Baukasten: Anstatt mit einer nackten Installation zu beginnen, bietet Drupal CMS vorkonfigurierte Lösungspakete, sogenannte Recipes. Diese installieren mit einem Klick fertige Inhaltstypen, Ansichten und Workflows.
  • Fokus auf Marketing-Teams: Das Ziel ist es, die Zeit von der Installation bis zum Live-Gang auf wenige Minuten zu reduzieren. Integrierte Funktionen wie automatisches Speichern von Entwürfen und vorkonfigurierte ECA-Workflows (Events-Conditions-Actions) machen das System out-of-the-box extrem mächtig.
  • Kein Ersatz für Core: Für Entwickler, die hochkomplexe, komplett individuelle Architekturen benötigen, bleibt der klassische Drupal Core weiterhin erhalten. Drupal CMS baut lediglich als massgeschneidertes Paket darauf auf.

3. Drupal Canvas: Der Gamechanger für Redakteure

Jahrelang wurde kritisiert, dass das Erstellen von Layouts in Drupal zu technisch sei. Mit Drupal Canvas (ursprünglich als „Experience Builder“ bekannt) ist dieser Kompromiss Geschichte.

  • Echtes WYSIWYG: Canvas bietet einen modernen, flüssigen Drag-and-Drop Page Builder direkt im Browser. Redakteure sehen in Echtzeit, wie die Seite später aussehen wird.
  • Single Directory Components (SDC): Unter der Haube arbeitet Canvas mit SDCs. Das bedeutet, Entwickler können komplexe, wiederverwendbare Design-Komponenten (inklusive Twig, CSS und JavaScript) bauen, die Redakteure dann völlig frei und ohne Code-Kenntnisse auf der Seite platzieren können.
  • Strukturierte Daten bleiben erhalten: Anders als bei vielen anderen Page Buildern verzichtet Canvas auf unsauberen Code („Div-itis“) und erhält Drupals grösste Stärke: streng strukturierte Daten und feingranulare Zugriffsrechte.

4. Die Drupal AI Initiative: Das beste Open-Source KI-CMS

Die Integration von Künstlicher Intelligenz war ein zentrales Thema der Keynote. Mit dem frischen Release von Drupal AI 1.3.0 positioniert sich die Plattform als Vorreiter. Da Drupal historisch extrem strukturierte Inhalte erzwingt, kann KI hier viel tiefer greifen als bei anderen Systemen.

  • KI-Assistenten für Redakteure: Mit der „AI Assistant“-Recipe können Redakteure Texte generieren, umschreiben oder übersetzen lassen. Auch Alt-Texte für Bilder werden automatisch vorgeschlagen.
  • No-Code AI Agents: Site-Builder können ohne Programmierkenntnisse intelligente Chatbots oder KI-Workflows zusammenklicken.
  • Bring Your Own LLM: Ganz im Sinne von Open Source zwingt Drupal niemanden in ein geschlossenes System. Betreiber können selbst entscheiden, ob sie Modelle von OpenAI, Anthropic, Google oder sogar lokal gehostete, datenschutzkonforme Open-Source-Modelle anbinden.

5. Das offene Web und digitale Souveränität

Abschliessend betonte Buytaert die philosophische Ausrichtung. In einer Zeit, in der das Web zunehmend von wenigen grossen Tech-Giganten und geschlossenen SaaS-Plattformen dominiert wird, steht Drupal für das Open Web.

Organisationen, die Drupal einsetzen, behalten die volle Kontrolle über ihre Daten, ihre Architektur und nun auch über ihre KI-Modelle (Data Sovereignty). Barrierefreiheit und Inklusivität bleiben dabei nicht nur Schlagworte, sondern sind fest in den Code-Standards verankert.


Fazit: Mit 25 Jahren ist Drupal agiler denn je. Die Kombination aus der massiven Einsteigerfreundlichkeit von Drupal CMS 2.0, der visuellen Freiheit von Drupal Canvas und der tiefen Integration der Drupal AI Initiative markiert einen historischen Wendepunkt. Drupal beweist eindrucksvoll, dass Enterprise-Leistung und einfache Bedienbarkeit kein Widerspruch sein müssen.

Michi Mauch

Michi Mauch

Digital Consultant

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25. März 2026

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